Hirsch-Post

Die Renovierung des Hotels „Hirsch-Post“ und vor allem seine Nutzung sind zu einem Dauerbrenner in Altshausen geworden. Alte Kulturgüter zu erhalten und mit neuem Sinn und Leben zu erfüllen, gehört zu den Zielen der ödp. Sie versteht sich als eine wert-konservative Partei.

Der „Hirschen“ ist nicht nur das älteste Gasthaus in Altshausen. Er ist unser ältestes bürgerliches Haus und war über viele Jahrhunderte das kulturelle und politische Zentrum unserer Gemeinde. Das Wort „Hirsch“ kann zusammenhängen mit den drei Hirschstangen der Grafen von Altshausen. Im späten Mittelalter hat man auch gerne Gasthäuser nach den Symbolen der vier Evangelisten benannt. Und Gasthäuser in der Nähe der Kirche eben gerne „zum Hirschen“ nach dem Psalmvers: „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser…“.

Im „Hirschen“ war die älteste Brauerei Altshausens untergebracht, zur Zeit der Postkutsche war er Postamt, „Bahnhof“ und Gasthaus in einem. Er war Versammlungsort für die „leichte Zunft“, also für die Handwerker, die weniger mit Muskelkraft als mit dem Kopf zu arbeiten hatten. Auch die Handwerker von Achberg und Hohenfels waren in Altshausen organisiert.

Johann Caspar Bagnato hat das Gasthaus umgebaut und dort stukkieren lassen.

Vom Ende des 18. bis Anfang des 20. Jahrhunderts war das Gasthaus „zum Hirsch“ im Besitz derselben Familie. Fritz Küble, Hotelbesitzer und Mitglied des Landtages in Stuttgart, hat damals für seine Gemeinde kommunalpolitisch viel erreicht. Wie sehr damals eine Altshauser Gastwirtschaft auch Gäste außerhalb Altshausens angezogen hat, zeigt die nebenstehende Lithografie: „Altshausen, 13.08.1841“. (Mörikes Abschied)

Wir bitten also die Altshauser Bevölkerung, die „Hirsch-Post“ nicht als Last für uns und die kommenden Generationen anzusehen. Überdurchschnittliche Zuwendungen vom Land werden wir aber nur dann bekommen, wenn ein Museum mit überregionaler Bedeutung hier eine Heimat findet. Der tausendste Geburtstag von Hermann dem Lahmen steht vor der Tür. Die Gemeinde hat in den letzten Jahrzehnten viele Millionen wegen des Abwassers im Boden vergraben müssen. Kein Altshauser denkt wohlwollend an den Sammler Süd, wenn er darüber spazieren geht. Die Einrichtung eines Hermann-Museums wird nur ein Bruchteil davon kosten und der Gemeinde viele Pluspunkte einbringen.

Aber schauen wir mal auf die Abbildung oben. Da hat unser Heimatheiliger trotz seiner Behinderung tatsächlich den Weg in den ersten Stock geschafft. Er schaut zum Rathaus und sucht den Kontakt zu unserem Bürgermeister König. Wird er es schaffen, vom Land, vom Denkmalamt, von kirchlichen und weltlichen Einrichtungen genügend Gelder locker zu machen, so dass man ein Museum einrichten kann? Reicht ihm die Zeit bis zum Jahr 2013? Wir hoffen, dass sich die beiden einigen können.

Die ödp-Fraktion im Altshauser Gemeinderat wird Herrn Bgm. König in seinen Bemühungen unterstützen.